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Die Folgen des Mindestkurses für den Schweizer Franken im Verhältnis zum Euro
urbs-media, 12.9.2011: Wegen der Unsicherheiten über die Zukunft der europäischen Gemeinschaftswährung stand der Schweizer Franken in der vergangenen Woche fast in der Parität zum Euro. Am 6.9.2011 hat die Schweizer Nationalbank dann im Verhältnis zum Euro einen Mindestkurs Höhe von 1,20 Franken festgelegt. Diesen Wechselkurs - so der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Philipp Hildebrand - werde man mit allen Mitteln durchsetzen. Im Ergebnis bedeutet dies, dass die Schweiz unbeschränkt ausländische Devisen kaufen muss, um dieses Ziel zu erreichen.
Hintergrund dieser spektakulären Ankündigung ist, dass die Schweiz ein ausgesprochenes Exportland ist und viele einheimische Unternehmen wegen des hohen Franken-Kurses massive Absatzeinbrüche zu verzeichnen hatten. Auch gab es wegen des hohen Frankenkurses zuletzt deutliche Einbrüche beim Tourismus. Der Kaufkraft angemessen wäre nach Aussage der schweizer Regierung sogar ein Kurs von 1,35 Franken für einen Euro.
Während in den meisten Zeitungen der deutschsprachigen Schweiz die Ankündigung der SNB überwiegend auf Zustimmung stößt, gibt es vereinzelt auch sehr kritische Stimmen. So befürchtet z.B. die Berner Zeitung "Der Bund", dass der feste Frankenkurs zu einer hohen Inflation und zu einer Immobilienkrise führen könne.
Und sollte die Nationalbank mit ihrem Vorhaben scheitern, dann sei sie schlichtweg bankrott. Denn schon im vergangenen Jahr hat die Schweizer Nationalbank insgesamt 150 Mrd. Franken eingesetzt, um den Franken-Kurs niedrig zu halten. Allein in dieser Zeit ist der SNB aus diesen Geschäften" ein Verlust von gut 25 Mrd. Franken entstanden. Zu recht fragen zahlreiche Finanzexperten daher, wie lange die Schweizer Nationalbank an dem Kursziel von 1,20 Franken für einen Euro festhalten kann und vor allem, wie man dieses Teufelskreis jemals wieder durchbrechen kann.
urbs-media Praxistipp: Es erscheint äußerst zweifelhaft, ob die Schweiz mit der zügellosen Dollar- und Euro-Vermehrung überhaupt mithalten kann. Denn es gibt praktisch unbegrenzten Nachschub an Geld, das einen sicheren Hafen sucht. Und raten Sie einmal, was die Schweizer Nationalbank mit all den schönen Euros machen wird, die sie nun aufkaufen muss? Die werden mit Sicherheit in deutsche Bundesanleihen geparkt und führen dann dazu, dass die Renditen hier noch weiter fallen.
Und weil der Schweizer Franken nun auf Gedeih und Verderb an den Euro gekoppelt ist, haben die Menschen in der Schweiz wohl oder übel die gleichen Probleme wie die Bewohner der Euro-Zone. Und da bleiben für vorsichtige Anleger dann nur Norwegen, Japan und Australien als sichere Häfen für Kapitalanlagen.
Eine interessante Analyse über die Schweiz und vor allem über den Schweizer Franken nach dessen Anbindung an den Euro finden Sie in dem hier verlinkten Video des Börsen-Dienstes Actior.
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urbs-media Literaturtipp
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