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Ist die Telekom-Aktie wegen der dreijährigen Dividendengarantie jetzt möglicherweise eine lukrative Kapitalanlage?urbs-media, 8.3.2010: Die so genannte T-Aktie hat sich für die meisten Anleger bisher zu einem absoluten Alptraum entwickelt. Denn was im November 1996 mit großem medialen Tamtam und einer zuvor nicht gekannten Werbekampagne als so genannte Volks-Aktie unter das deutsche Volk gestreut wurde, hat sich im Nachhinein als echtes Schrottpapier entpuppt. Eine der Ursachen für das finanzielle Fiasko war dabei der Umstand, dass die Telekom - obwohl börsennotiert - vom Kern her ein Staatsunternehmen geblieben ist. Diese Beamtenmentalität gepaart mit dem Realitätsverlust eines Ron Sommer konnten für die Anleger nur zu einem Verlustgeschäft werden. Damit Sie die lange Leidensgeschichte der T-Aktionäre nachvollziehen können, nachfolgend einige wichtige Kursdaten der Telekom-Aktie:
Jetzt hat der Telekom-Vorstand den Aktionären für die Jahre 2010, 2011 und 2012 eine Dividendengarantie gegeben. Konkret sollen die Aktionäre unabhängig vom wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens pro Jahr eine Mindestdividende von 70 Euro-Cent pro Aktie erhalten. Ausgehend vom aktuellen Kurs der T-Aktie von etwa 9,68 Euro pro Aktie wäre dies eine Dividendenrendite von 7,25 %. Lohnt es sich jetzt also, die T-Aktie zu kaufen, um eine möglichst hohe Rendite seiner Anlage zu erzielen? Auf den ersten Blick eindeutig ja! Denn wo anders bekommen Sie für eine dreijährige Anlage eine garantierte Rendite von 7,25 %? Dies gilt zumindest in der Theorie. Denn eine wirkliche langfristige Garantie des Vorstands hinsichtlich der Dividende von Aktien kann es natürlich nicht geben. Die so genannte Dividendengarantie des Telekom-Vorstands ist somit juristisch betrachtet lediglich eine unverbindliche Absichtserklärung. Aber unterstellen wir einmal, die Telekom zahlt ihren Aktionären tatsächlich jeweils 0,70 Euro pro Aktie in den kommenden drei Jahren: In diesem Fall erhalten Sie eine Dividende von insgesamt 2,10 Euro. Dieser Verdienst ist aber bei der T-Aktie mit einem Risiko behaftet. Denn innerhalb der nächsten drei Jahre kann der Kurs der T-Aktie noch weiter absinken, z.B. auf seinen bisherigen Tiefststand vom Juni 2009 mit 7,80 Euro.
Und der besondere Witz an diesem Geschäft ist dann die steuerliche Behandlung des Aktienengagements: Obwohl der Anleger im Beispielsfall innerhalb von drei Jahren einen Kursverlust von 1,88 Euro je Aktie verbuchen musste, werden die jährlichen Dividendenzahlungen von jeweils 0,70 Euro mit der Abgeltungssteuer, dem Solidaritätszuschlag und mit Kirchensteuer belastet, zusammen etwa 30 Prozent. Und so verbleiben aus einer Dividende von 70 Cent pro Aktie in der Realität dann nur noch 49 Cent. Damit machen Sie unter Einbeziehung der Abgeltungssteuer und sonstiger Abgaben in dem Beispielsfall in drei Jahren sogar einen Verlust von 41 Cent pro Aktie, zahlen aber dennoch pro Aktie 63 Cent Steuern an den Staat. Ein wirklich todsicheres Geschäft, aber leider nur für den Finanzminister. urbs-media Praxistipp: Das vorstehende Rechenbeispiel soll Ihnen zeigen, dass Aktien generell nicht als angebliche sichere "Zinspapiere" taugen. Dies gilt auch bei einer so genannten Dividendengarantie: Denn einmal sind derartige Garantien juristisch unverbindlich. Außerdem besteht bei Aktien zusätzlich das Risiko eines Kursrückgangs, so dass trotz vergleichsweise hoher Dividende immer noch ein erheblicher Verlust eintreten kann. Theoretisch denkbar ist natürlich auch, dass die Telekom-Aktie in den kommenden drei Jahren an Wert zulegen kann. Eine derartige positive Entwicklung ist nach Meinung der urbs-media Redaktion jedoch sehr sehr unwahrscheinlich. In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 28.2.2010 heißt es daher: "Eine derartige Ausschüttungspolitik ist das Eingeständnis, sonst nicht mehr viel für einen höheren Kurs der T-Aktie tun zu können."
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