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Der Rechentrick der Postbank mit dem Top-Invest Einstiegszins in Höhe von
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Beispiel: Ein Anleger investiert Anfang Februar 2010 insgesamt 60.000 Euro in das Postbankprodukt "Top-Invest". Gleich zu Anfang werden hiervon 10.000 Euro (1/6 der Anlagesumme) in Fonds angelegt. Der sagenhafte Festgeldzins in Höhe von 5 Prozent errechnet sich im ersten Monat also nur aus 50.000 Euro. Im zweiten Monat werden dann weitere 10.000 Euro von dem Festgeldkonto in einen Fonds umgeleitet und der Festgeldzins von 5 Prozent errechnet sich nur noch aus 40.000 Euro. Und so geht es Monat für Monat weiter und nach fünf Monaten ist der Bestand auf dem Festgeldkonto exakt "Null Euro".
Insgesamt erbringt die Anlage von 60.000 Euro als angebliches "Festgeld" also einen Zinsertrag von 625 Euro. Dies entspricht umgerechnet einem jährlichen Zins-Ertrag von unter 1,05 Prozent! |
Das Fatale an Postbank Top Invest: Ab dem Ende des 5. Monats steckt das ganze Kapital in Fonds und unterliegt damit dem Risiko eines globalen Kurseinbruchs. Und wenn es so kommt wie viele unabhängige Analysten vermuten, dann haben Sie statt der investierten 60.000 Euro am Ende des Jahres 2010 nur noch 50.000 oder gar nur noch 40.000 Euro. Ein echtes "Top-Investment" meint da die urbs-media Redaktion. Außerdem stehen dem Zinsertrag von 625 Euro während der ersten 5 Monate bei einem unterstellten Ausgabeaufschlag von 3 Prozent beim Fondserwerb insgesamt Kosten in Höhe von 1.800 Euro gegenüber. Ein wahrhaft tolles Geschäft - nur leider nicht für die Kunden.
urbs-media Praxistipp: Derartige kalendermäßige Zwangs-Umschichtungen von Festgeld in Fonds sind in der gegenwärtigen Lage ein großes Risiko. Denn der Anleger gibt die Kontrolle seines Vermögens komplett in die Hände der Banker. Die investieren nämlich die nach einem vorgegebenen Terminkalender blindwütig Monat für Monat in Fonds, und zwar ohne Rücksicht auf die tatsächliche Börsenentwicklung. Hier gibt es für den Anleger auch keine Ausstiegsmöglichkeit mehr.
Das Hinterhältige an derartige Fondssparplänen ist also, dass Sie als Sparer jeglichen Einfluss auf die Anlagestrategie verlieren und vermutlich bei viel zu hohen Kursen in Fonds einsteigen, die nach 8 oder 10 Monaten erheblich an Wert verloren haben. Die Werbung mit so genannten "Einstiegszinsen" ist daher grob irreführend und müsste der Postbank eigentlich untersagt werden.
Sollte es im Laufe des Jahres 2010 zu neuen Tiefstständen bei den Aktienindizes kommen, dann bieten sich möglicherweise später lukrative Einstiegsmöglichkeiten für risikobewusste Kapitalanleger. Bis dahin sollte man sein Geld daher nur sehr kurzfristig anlegen und etwa ab Herbst 2010 entscheiden, ob man für Aktien auf absehbare Zeit noch eine Zukunft sieht oder nicht. Gegenwärtig deutet jedenfalls im Laufe des Jahres 2010 vieles auf fallende Aktien-Kurse und auf steigende Zinsen hin. Und eine derartige Konstellation spricht eindeutig gegen den Postbank Top Invest und auch gegen ähnliche Produkte, die unter dem Deckmantel der Festgeldanlage die Sparer in risikobehaftete Fonds treiben sollen.