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Seit Januar 2009 hat der Euro im Vergleich zu anderen Währungen teilweise über 35 Prozent an Wert verloren


urbs-media, 10.5.2010: Im Februar 2010 hatten wir an dieser Stelle eine Tabelle mit den prozentualen Wertveränderungen des Euro im Vergleich zu anderen Währungen veröffentlicht. Dabei hatten wir z.B. innerhalb von nur 12 Monaten einen Wertverlust für den Euro im Vergleich zum Australischen Dollar in Höhe von 25,65 Prozent ermittelt. Jetzt nach drei Monaten haben wir einen erneuten Vergleich angestellt und mit Entsetzen festgestellt, dass sich der dramatische Wertverlust des Euro sogar noch beschleunigt hat. Denn von Februar 2010 bis April 2010 hat der Euro im Vergleich zum Australischen Dollar weitere 10 Prozentpunkte an Wert eingebüßt. Und auch gegenüber zahlreichen anderen Währungen hat der Euro ebenfalls in nur drei Monaten ca. 10 Prozentpunkte an Wert verloren, so z.B. gegen Südafrika, Neuseeland und Brasilien.

Um Ihnen zu belegen, dass das fortwährende Gerede von der Stabilität der europäischen Gemeinschaftswährung weniger der wirtschaftlichen Realität als der blühenden Phantasie der deutschen Politiker entspringt, haben wir im Mai 2010 auf Basis der aktuellen Umsatzsteuer-Umrechnungskurse des Finanzministeriums eine neue Tabelle zur Wertentwicklung des Euro erstellt. Wir haben dabei den Zeitraum Januar 2009 bis April 2010 verglichen.

Um das Ergebnis vorwegzunehmen: Von insgesamt 33 untersuchten Ländern konnte der Euro seinen Wert nur in fünf Fällen steigern. Der höchste Zugewinn des Euro lag dabei im Vergleich zu Japan bei 4,46 %. Dengegenüber musste der Euro gegenüber 25 Ländern Verluste hinnehmen. Dabei lag der Verlust in 11 Fällen sogar im zweistelligen Bereich. Keine Wechselkursveränderungen gab es für den Euro im Vergleich zu Bulgarien, Estland und Litauen. Diese Länder haben bereits feste Wechselkurse zum Euro und sind als Beitrittskandidaten für die Euro-Zone schon fest eingeplant.

Welche Währungen besonders von der Euro-Schwäche profitieren konnten, sehen Sie in der nachfolgenden Tabelle:

1 Euro kostet in ... Januar 2009 April 2010 Wertverlust für den Euro
Australien 1,9633 AUD 1,4463 AUD – 35,74%
Südafrika 13,1255 ZAR 9,8658 ZAR – 33,04%
Brasilien 3,0596 BRL 2,3550 BRL – 29,91 %
Neuseeland 2,4132 NZD 1,8814 NZD – 28,30 %
Indonesien 14.802,07 IDR 12.101,70 IDR – 22,31%
Korea (Republik) 1.801,97 KRW 1.494,53 KRW – 20,57%
Kanada 1,6233 CAD 1,3467 CAD – 20,53%
Norwegen 9,2164 NOK 7,9323 NOK – 16,18 %
Mexiko 18,3762 MXN 16,3957 MXN – 12,07 %
Malaysia 4,7291 MYR 4,2935 MYR – 10,14 %
Schweden 10,7264 SEK 9,6617 SEK – 10,01 %
Polen 4,2300 PLN 3,8782 PLN – 9,07 %
Indien 64,5104 INR 59,6203 INR – 8,20 %
Russland 42,3282 RUB 39,1335 RUB – 8,16 %
Tschechien 27,169 CZK 25,308 CZK – 7,35 %
Thailand 46,218 THB 43,279 THB – 6,79 %
Singapur 1,9742 SGD 1,8505 SGD – 6,68 %
Türkei 2,1233 TRY 1,9983 TRY – 6,25 %
Ungarn 279,86 HUF 265,53 HUF – 5,39 %
Großbritannien 0,91819 GBP 0,87456 GBP – 4,98 %
Philippinen 62,354 PHP 59,788 PHP – 4,29 %
Schweiz 1,4935 CHF 1,4337 CHF – 4,17 %
Rumänien 4,2354 RON 4,1306 RON – 2,53 %
Kroatien 7,3603 HRK 7,2594 HRK – 1,28 %
Dänemark 7,4519 DKK 7,4428 DKK – 0,12 %

Wie bereits eingangs erwähnt, gibt es auch einige Länder, deren Währungsstabilität sich in der Zeit zwischen Januar 2009 und April 2010 noch schlechter als der Euro entwickelt hat. Hier halt die europäische Gemeinschaftswährung also an Wert gewonnen. Dies sind folgende Länder:

1 Euro kostet in ... Januar 2009 April 2010 Wertzuwachs für den Euro
Japan 119,73 JPY 125,33 JPY + 4,46 %
Hongkong 10,2687 HKD 10,4065 HKD + 1,32 %
USA 1,3239 USD 1,3406 USD + 1,24 %
China 9,0496 CNY 9,1505 CNY + 1,10 %
Lettland 0,7043 LVL 0,7076 LVL + 0,46 %

urbs-media Praxistipp: Politiker und EU-Bürokraten überbieten sich gegenwärtig mit Beschimpfungen für Griechenland. Von manipulierten Wirtschaftszahlen und Betrug beim Beitritt zur EU-Währungsunion ist da die Rede. Starke Worte, wenn man bedenkt, dass allen Beteiligten beim Beitritt Griechenlands zur Euro-Zone im Jahre 2001 bekannt war, dass die Defizit-Kriterien in Wahrheit nicht erfüllt werden konnten. Das den Griechen von der EU gewährte zusätzliche Jahr bei der Euro-Einführung diente in Wahrheit nämlich nicht der Anpassung der griechischen Wirtschaftsleistung an die EU-Vorgaben. Dies war innerhalb einer derartig kurzen Frist objektiv unmöglich. So blieb den Griechen folglich nur die kreative Variante, nämlich die Fälschung der Statistikzahlen.

Die Zustimmung der EU zum Beitritt Griechenlands zur Euro-Zone war folglich keine wirtschaftliche, sondern eine rein politische Entscheidung. Und spätestens im September des Jahres 2004 konnte jedermann in der Presse nachlesen, dass auch der EU-Statistikbehörde die Zahlentricks der Griechen bekannt waren (z.B. Spiegel-Online vom 15.11.2004). Die gespielte Überraschung der Politiker in Europa und insbesondere in Deutschland über den kreativen Umgang der Griechen mit den Wirtschaftsdaten kann daher nur als scheinheilig bezeichnet werden. Dies ist nach Meinung der urbs-media Redaktion genauso absurd, wie wenn der Papst behaupten würde, er sei auf den Enkeltrick hereingefallen!



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